3 Punkte ohne große Hexerein

 Klare Ziele – gegen Bochum und für Arslan
Niederlagen sind im Fußball so ergiebig wie Siege oder Remis. Diese Einsicht sollte Trainer Hyballa und seine Elf spätestens nach der 2:1 Niederlage beim Tabellenvorletzten FC Ingolstadt bekommen haben. Für die junge Truppe ist dies der zweite, harte Rückschlag nach der 5:0 Klatsche gegen den Spitzenreiter aus Berlin.
Für das Spiel gegen den nächsten Gegner – den VfL Bochum, der zurzeit mit 46 Punkten auf dem 5. Tabellenplatz verweilt – wird wieder gepriesen: „Wir haben einiges besser zu machen!“
Um den Vorgaben entsprechend zu reagieren, müssen seitens der Trainer ersteinmal Vorgaben her. 
„Wir wollen die Räume, die uns der VfL Bochum geben wird, gut bespielen.“, so der Trainer. Er fordert mehr Leistungsbereitschaft, mehr Diziplin. Dann hätte man auch gegen so einen Gegner eine Chance. Schließlich wolle man auch am Sonntag „gewinnen“.
 Dass sich diese Aufgabe allerdings nicht einfach so ohne weiteres erfüllen lässt, bestätigen gegebene Fakten, sowie Einschätzungen vom Trainerteam und den Verantwortlichen. Oftmals werde die Funkel-Elf auf ihre konstante Defensive reduziert – doch der Trainer warnt ebenfalls: „Bochum hat auch eine nicht zu unterschätzende Offensive!“
Dazu besäße der VfL individuale Qualitäten – nicht nur auf dem Rasen, sondern auch auf der Ersatzbank. Immer müsse man damit rechnen, dass etwas erstklassiges nachgeschoben werden könnte. „Bochum ist eine Mannschaft, die Fußball spielen will! Sie haben sich gut entwickelt. Ihr Spiel wird auf ihre starken Standarts ausgerichtet sein.“
Mit diesem Vorwissen arbeitete die Alemannia in einer nachdenklichen Woche auf den kommenden Gegner hin. Trotz des Ärgers auf Seiten der Trainerschaft, welche die mangelnde Leistungsbereitschaft und Diziplin betragen, habe man mit der Mannschaft an Taktik und am spielerischen gearbeitet. 
„Ich lasse meine Spieler nicht über Glasscherben laufen.“, erklärt Hyballa und schließt somit aus, irgendwelche „Hexentaten“ unter der Woche vollbracht zu haben.  Vielmehr habe man den „einige Gespräche geführt“, den Fokus jedoch auf das Training gelegt, denn schließlich bringe „nur dies den nötigen Erfolg“.
Auch was das Personal angeht, muss (oder eher: kann) Hyballa keine „Hexentaten“ vollbringen. Abgesehen von Marco Höger gibt es im Kader (und auf der Langzeitverletztenliste) keine Veränderungen.
Der angesprochene Höger plagt sich weiterhin mit einer Knochenhautentzündung herum. Während er im Laufe der Woche nur einseitiges Lauftraining absolvieren konnte, stand der gebürtige Kölner heute wieder beim Mannschaftstraining auf dem Platz. Am Sonntag wird der Dauerbrenner auch von Beginn an auflaufen. Verzichten könne man schließlich auf  diesen „überaus wichtigen Bestandteil“ keines Falls.
Was das Verbleiben seiner Akteure in der kommenden Saison angeht, musste die Alemannia in dieser Woche noch einmal zurück stecken. Wie der Aachener Zeitung am heutigen Freitag zu entnehmen war, verlässt Tolgay Arslan im Sommer die Alemannia in Richtung HSV. Die Leihgabe vom Haburger Sportverein war im Sommer an die Aachener ausgeliehen worden. Nach einem Entwicklungsjahr an der holländischen Grenze nehme man den Einzelkünstler wieder zurück unter die eigenen Fittichen. Mit Arslan verlässt die erste Stammkraft für die neue Saison die Alemannia.
Sportdirektor Meijer konnte bei diesen Entscheidungen nur zugucken. „Das geht alles vom Hamburger Sportverein aus. Da können wir nur wenig machen.“
Zugucken kann der Ex-Profi auch in allen anderen 34. Bundesligapartien nur. Aus eigenen aktiven Zeiten weiß der Vollprofi, wie es den jungen Akteueren in so einer Situation, in welcher sie sich mit den hinterlassenen Niederlagen befinden, fühlen. Der Holländer erklärt, dass es gerade für die jungen Spieler auch einmal gut wäre, nach einer Niederlage ein weiteres mal zu verlieren, statt direkt wieder zurück zu kommen. So etwas müssten sie in ihrer noch jungen Karriere einmal erlebt haben.
Dennoch kann der Manager verstehen: „Die Jungs beschäftigt das alles sehr. Jetzt wollen sie sich anbieten.“
Zeit, sich anzubieten und sich zu präsentieren, ist am Sonntagvormittag, wenn man um 13:30 Uhr an den Tivoli bittet. Karten für das Spoel gegen die Blau-Weißen sind noch an allen bekannten Vorverkaufstellen zu erwerben. Am Tag des Spiels öffnen die Tageskassen wie gewohnt 2 1/2 Stunden vor Spielbeginn.